Bedding algas marinhas Tramonto

Am Übergang zwischen Wachsein und Schlafen, dem Träumen und dem reinen Atmen, wird das Bett uns zum Boot. Wir gondeln am Ufer und dämmern weg. 

Gleichgültig schiebt sich das Wasser wenige Zentimeter vor und wieder zurück. Algen wogen selbstvergessen in der Strömung. Sie kennen das Kalte und das Warme, das Trockene und das Nasse, die Existenz in der Flut und das beinahe Verschwinden bei Ebbe. Da wo sie herkommen, leben sie eher dicht beieinander. Manche richten sich auf anderen Algen ein. Andere haften alleine an Gestein, an einer Muschel, am Rumpf eines Bootes, das lange nicht in die See stach. 

Hellgrüne Algen leuchten. Die roten gammeln vielleicht schon, werden pink, orange und aubergine. Wie Träume erscheinen sie beim Nähergehen transparent, gar flüchtig. Die dunklen aber sind robust und stark wie die Nacht. 

In ihren letzten Stunden sträuben sich alle gegen das Austrocknen am Strand. Nur wenige ergeben sich in sammelnde Hände. 

Die für die neue Bettwäsche Kollektion von Estelle Gassmann verwendeten Algen stammen aus Roscoff in der Bretagne.

Arbeit am Text: Sibylle Ciarloni

Projektbeschrieb

Das Thema Algen und deren Formen und Beschaffenheit beschäftigen Estelle Gassmann seit März 2017. Damals entdeckte sie im Museu Marítimo de Ílhavo in Portugal die Arbeiten von Américo Teles (1893-1983, Gründer des Museums und passionierter Algologe). Sie kaufte sich das Buch Guia Prático de Preparação de Algas Marinhas, herausgegeben von seiner Enkelin Sónia Teles.

Estelle Gassmann entscheidet sich, die Präparation von Algen zu lernen und besucht im März 2018 einen Workshop bei Sónia Teles, die als Architektin in Porto lebt und gleichzeitig das Werk ihres Großvaters pflegt.

Im Juli 2018 begleitet sie eine Exkursion von Biologiestudenten der Universität und der ETH Zürich nach Roscoff in der Bretagne. Sie arbeitet in der Station Biologique de Roscoff, sammelt und pflückt Algen während der Ebbe. Die einen präpariert und presst sie. Andere trocknen an der Luft und gelangen so in die Schweiz.

Es wird Winter und Estelle Gassmann legt die getrockneten Algen aus Roscoff eine nach der anderen in eine beleuchtete Wasserschale, wo sie wieder aufquellen und in ihre Farbe zurückfinden. Sie studiert die Formen, die Beschaffenheit und entdeckt Spuren. Dann breitet sie sie auf eingenässtem Papier mit einem sanften Piassavafaser-Halm aus, schneidet hier und dort eins von zwei übereinanderliegenden Ästchen weg. Stunden, Tage, Abende. Die Algen bleiben am Papier kleben. Sie bedeckt sie mit einer Schicht Gaze und legt sie zwischen Zeitungspapier und Bücher. 

In den folgenden Monaten scannt Estelle Gassmann die Algen und stellt sie mithilfe von Photoshop frei. Im weißen Hintergrund sind sie nun bereit für die Gestaltung der neuen Bettwäsche Kollektion algas marinhas. Sie vergrößert sie. An manch einer Alge klebt ein winziges Schneckenhaus. Salzspuren werden sichtbar. Farbverläufe von beim Sammeln bereits verwesenden Algen reichen von Altrosa bis Pink. Hellgrün leuchtet die „gemeine Gabelzunge“. Auberginenfarben liegt der „Lappentang“ auf dem Tisch.

Es entstehen vier Kompositionen:
algas marinhas Tramonto
algas marinhas Corpo
algas marinhas Respiro
algas marinhas Alba

Während der Winter- und Frühjahrsmonate 2020 wird die Bettwäsche produziert. Estelle Gassmann wählt den Baumwollsatin einer Weberei im Norden Italiens. Die Designs werden im reaktiven Digitaldruckverfahren auf den Stoff gedruckt, wie bei den Kreationen Field und Embedded Stories. Konfektioniert wird die Bettwäsche im vorarlbergischen Dornbirn.

Arbeit am Text: Sibylle Ciarloni

Mit Dank an:
Museu Marítimo de Ílhavo, Sónia Teles e Silva, Manuel António Marques da Cruz Costa, Lukas Taxböck, Christof Eichenberger, Oliver Yves Martin, Studententen/Innen Exkursion Organismen der Gezeitenküste Universität / ETH Zürich 2018, Silvia Bär, Grit Röser, Ralph Sonderegger, Selina Bütler, Dario Meier, Jennifer Grunder, Sara Zeiter, Annette Roserens, Katie Horwich, Nicole Leuthold, Lubomira Lavrikova, Anna-Katharina Wittmann, Doris Gassmann, Sibylle Ciarloni, Catherine Schelbert, Giuseppe Micciché, Jelica Sever, Annatina Nay.

Material: Reactive Inkjet Print on 100% Cotton Fine Sateen, 115gr/mtq.

Sizes: Standard sizes Switzerland in stock. Extra sizes per order.

Speciality: Pattern repeat size 211x300cm: Each duvet cover and pillowcase shows another pictorial detail of the allover print.

Production: Designed in Zurich, woven and printed in Italy, sewn in Austria.

Photography: Giuseppe Micciché

If you are interested in a product you can order it directly. The price indicated is calculated without delivery costs and customs duties. Estelle Gassmann ships internationally. terms & conditions

Duvet Cover

Mit Reissverschluss. Reaktiver Inkjetprint auf 100% Cotton Feinsatin 115 g/m2. Kalanderfinish. 60° waschbar.

Pillowcase 50×70cm

Mit Couvertverschluss. Reaktiver Inkjetprint auf 100% Cotton Feinsatin 115 g/m2. Kalanderfinish. 60° waschbar.

Pillowcase 65×65cm

Mit Couvertverschluss. Reaktiver Inkjetprint auf 100% Cotton Feinsatin 115 g/m2. Kalanderfinish. 60° waschbar.

Pillowcase 65×100cm

Mit Couvertverschluss. Reaktiver Inkjetprint auf 100% Cotton Feinsatin 115 g/m2. Kalanderfinish. 60° waschbar.